Raiffeisenstr. 4, 74360 Ilsfeld

Leistungsspektrum

RSO

RADIOSYNOVIORTHESE

BEHANDLUNG VON ENTZÜNDLICHEN GELENK-ERKRANKUNGEN

Bei chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen ist die Gelenkinnenhaut (Synovialis) dauerhaft entzündet. Auslöser bzw. Ursachen hierfür können u.a. starke Belastung oder ein laparoskopischer Eingriff sein.
Stoppt man die Entzündungsprozesse nicht rechtzeitig, treten mit der Zeit Schäden an Knorpel und Knochen auf, bis zu deren Zerstörung.

Radiosynoviorthese

Mit der Radiosynoviorthese (kurz RSO) lassen sich diese entzündlichen Gelenkerkrankungen behandeln.
Die Therapie erfolgt ambulant und ist wenig schmerzhaft. Bei Bedarf können sogar mehrere Gelenke zeitgleich behandelt werden.
Je nach Größe des Gelenks wird das Radionuklid (z.B. kommt beim Fingergelenk Erbium zum Einsatz) gewählt.
Es stehen drei Radionuklide - sogenannte Betastrahler - für die Therapie zur Verfügung. Die Reichweite der Strahlung ist sehr gering und wirkt nur innerhalb des behandelten Gelenkes. Das angrenzende Gewebe wird in der Regel nicht erreicht, so dass hier keine Schädigung zu erwarten ist. Die Strahlenbelastung für Ihre Umgebung ist aufgrund der geringen Reichweite ebenfalls gering, deswegen darf die RSO auch ambulant durchgeführt werden.

DIE NUKLIDE UND IHRE VERWENDUNG:

Yttrium-90: Kniegelenke
Rhenium-186: Schulter-, Ellbogen-, Hand-, Hüft- und Sprunggelenk
Erbium-169: Finger- und Zehengelenke

Woher weiß ich, ob die Radiosynoviorthese für mich geeignet ist?
Anhand einer 3-Phasen-Szintigraphie wird überprüft, ob eine Radiosynoviorthese in Ihrem Fall erfolgsversprechend ist.
Die Szintigraphie ist eine hochempfindliche Methode zum Nachweis entzündlicher Prozesse im Gelenk sowie Veränderungen im knöchernen Bereich.

Zu Beginn der Untersuchung wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz (99mTc Pertechnetat) in die Armvene gespritzt. Dieses reichert sich vermehrt in den entzündeten Gelenken an.
Die erste Aufnahme mithilfe der Gamma-Kamera erfolgt wenige Minuten nach der Injektion. Nach 2-3 Stunden wird eine weitere Aufnahme angefertigt. Eine weitere Injektion erhalten Sie nicht.

Wie wird die Radiosynoviorthese durchgeführt?
Die Behandlung erfolgt unter sterilen Bedingungen und unter Durchleuchtung (Röntgen). Die Gelenkpunktion erfolgt mit einer dünnen Nadel, über die eine geringe Menge eines Lokalanästhetikums sowie anschließend Kontrastmittel appliziert wird, um die korrekte Lage der Nadel zu prüfen.
Nach Überprüfung der Nadellage wird die radioaktive Substanz in das Gelenk appliziert, gefolgt von einer Cortisongaben.
Je nach behandeltem Gelenk erfolgt im Anschluss ein Verteilungsszintigramm zur Überprüfung des korrekten Einbringens der Aktivität.
Danach wird zur erforderlichen Ruhigstellung des behandelten Gelenks ein Verband angelegt, der nach 48 Stunden entfernt werden kann.